12.7.2018 Ermüdendes Warten auf einen Schiffsmechaniker in Audierne

Ich habe bereits über die Reize dieses kleinen Ortes an der französischen Atlantikküste berichtet, an denen ich mich immer noch erfreue. Dennoch macht sich langsam etwas Frustration bei mir breit, denn in Sachen Reparatur meines Autopiloten hat sich bisher noch Garnichts getan. Meine eigenen Bemühungen, nämlich die Vorbereitung der notwendigen, fachgerecht auszuführenden Schritte habe ich schon seit einigen Tagen erledigt. Der Aktuator ist ausgebaut und der Bereich gründlich gereinigt. Ich konnte zudem die Stelle im Inneren der Achterkoje identifizieren, an dem Zugang zum Beschlag für die Befestigung des Axiallagers an der Schiffsstruktur zu finden ist. Einer der daran befestigten Standbolzen ist bei der Demontage abgerissen. Ich berichtete darüber. Um an diesen heranzukommen muss zwar ein Stück der kunstledernen Innenverkleidung ausgeschnitten werden, dieses kann aber nach erfolgter Reparatur wieder ersetzt werden. Es dürften nunmehr keine Hindernisse mehr zur Ausführung einer Komplettreparatur und keines Provisoriums mehr bestehen. Die vorgestern erhaltene Zusage zur Aufnahme der Arbeiten eines Fachmanns wurde von ihm nicht eingehalten. Ich kann ihn zurzeit auch nicht telefonisch erreichen. Alternativen zu diesem Handwerker gibt es keine, denn auch er muss bereits aus einiger Ferne anreisen. Hier im Ort befindet sich nach Auskunft durch die Hafenverwaltung jedenfalls niemand, der die Arbeit sachgerecht ausführen könnte. Ich muss also weiter hoffen.

Die folgenden Bilder zeigen die Situation hier vor Ort und die der technischen Probematik dazu etwas detaillierter.

Warum die Ebbe immer noch die faszinierendere Situation im Tidengeschehen ist, wird, so glaube ich, an diesem Bild deutlich. Bei einer extremen Ebbe bildet sich mitten im Hafen eine Insel. Die verbleibende Durchfahrt mit gerade so ausreichender Fahrtiefe ist gerade einmal etwa 10 Meter breit. Über die Insel erfreuen sich in erster Linie die Vögel, denn sie finden hier abwechslungsreiche Nahrung.
Der ausgebaute Aktuator des Autopiloten. Am linken Ende das Axiallager, am rechten der Anschlußkopf zum Ruderhebel. Die roten Verschlüsse dienen der Entlüftung, die darunter liegenden Anschlüsse nehmen die Hydraulikleitungen auf.
Der Kopf des rechten Befestigungsbolzens der oberen Axiallagerhälfte ist abgerissen. Um diesen zu ersetzen muß der linke Bolzen gelöst oder auch abgerissen werden, um an der Schaft der rechten, beim Abriss auch der linken Schraube heranzukommen.
Ein Blick in der Steuerraum mit dem Lenkhebel, an dem mittig die Ruderwelle zu sehen ist. Der Bolzen an dessen linken Ende nimmt den Aktuatorkopf auf. Die dünne Stange dient der Übertragung des Ruderwinkels zu einem hier nicht sichtbaren Drehsensor. Der rechteckige Ausschnitt dient dem Zugang zum Axiallager.
… welches mit vier Bolzen an der Schiffsstruktur befestigt ist. Rechts oben ist der Bolzen bei der Demontage abgerissen. Um diesen zu ersetzen, muß ein Zugang aus der darunter liegenden Achterkoje geschaffen werden.

Ein Gedanke zu „12.7.2018 Ermüdendes Warten auf einen Schiffsmechaniker in Audierne“

  1. Lieber Jürgen,
    Das ist eine ernste Sache und erfordert Mechanik-Infrastruktur.
    Würde ich nicht schon bald nach Franz Josef Land reisen, so würde ich kommen und wir könnten ohne Autopilot weiter. Bis nach Brest schaffst Du es sicher allein und dort findet man doch Fachleute. Wünsche Dir alles Gute.
    Walter

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