14.11.2017 Nun doch mit liegendem Mast bis Konstanta

Leider stehen einige nautische Gründe, ich hatte diese bereits erwähnt, gegen das Maststellen in Rousse. So habe ich den Aufenthalt hier in Rousse zum Tanken von Diesel und Wasser sowie zum Einkauf von Lebensmitteln genutzt und auch einmal eine kleine Stadtbesichtigung gemacht. Zudem habe ich mich dazu entschlossen, dem vorletzten Problempunkt bei meinen Zähnen (siehe einen meiner Berichte aus Leverkusen) anzugehen und einen weiteren Tag in Rousse für das Ziehen von zwei weiteren Zähnen zu spendieren. Der letzte Problempunkt wäre dann ein sehr wackeliger Schneidezahn, dessen Extraktion allerdings eine estetisch nur schlecht zu ertragende Lücke in meinem Gesicht hinterlassen würde. Kristian, ein außerdordentlich freundliches und hervorragend vernetztes Universaltalent, der anscheinend sämtliche Probleme für seine Gäste im Yachtclub löst, half mir bei der Vermittlung einer sehr netten und kompeteten Zahnärztin in der hiesigen Klinik und chauffierte mich mit seinem PKW nicht nur dorthin, sondern hatte mich bereits unmittelbar nach meiner Ankunft in dieser Stadt auch zum Einkaufen in einem Supermarkt gefahren und mir beim Betanken der Odd@Sea mit Diesel von einer weiter entfernten Straßentankstelle geholfen.

Das Zähneziehen erfolgte durch eine sehr nette deutschsprachige Ärztin und verlief völlig komplikations- und schmerzfrei. Ich hoffe, dass ich durch achtsamen Umgang beim Einsatz meines Gebisses, den Zeitpunkt für den irgendwann fälligen Verlust auch des letzten Problemzahns so weit wie möglich in die Zukunft verlegen kann.

Rousse ist eine Kleinstadt (ca. 200.000 Einwohner), die alles aufweist, was eine Kleinstadt so ausmacht. Man bekommt in den unzähligen kleinen Läden alles, was das Herz begehrt und auch die großen Ladenketten (Kaufland, Lidl etc.) sind mit Mamutläden vertreten. Allerdings merkt man hier doch, wie überall im Land, die schlechte wirtschaftliche Lage des Landes. Die Menschen sind trotzdem extrem freundlich und hilfsbereit, was, so scheint mir, den Bulgaren im Blut zu liegen scheint. Warum sollten sie auch nicht? Das Land ist wunderschön und das Wetter normalerweise jetzt wunderbar. Heute nieselt es leider. Ich werde mich heute erst einmal richtig ausruhen nach der Operation an meinem Gebiss und erst morgen wieder losfahren.

Ich bin jetzt auch wieder stolzer Besitzer einer Nationalen am Heck meines Schiffes. Einen neuen Flaggenmast konnte ich hier nicht bekommen, aber die Nutzung der natürlichen Strukturelemente des Schiffs zu deren Befestigung ohne Beeinträchtigung der Sichtbarkeit ist ja auch nicht ganz schlecht. Mir wird also ein weiterer Mastbruch definitiv nicht mehr passieren.

Nun bin ich nicht mehr nackt am Heck

Spät am Nachmittag tauchte ein amerikanisches Segelboot mit gleichem Ziel im Hafen auf und suchten nach einem Liegeplatz. Da eigentlich kein Platz mehr vorhanden war, lag die kollegiale Lösung in einem etwas ungewöhnlichen Päckchen, wie das Foto ausweist. An Bord waren Hans Peter, ein Deutsch-Amerikaner aus Hawai und Dan, ein Finne. Bei einem Bier wurde festgestellt, wie viele Ähnlichkeiten Vitas unterschiedlicher Menschen haben können. Sie werden einige Tage in Rousse beiben und ich werde ihnen morgen meinen Liegeplatz freimachen, denn ich will ja weiter fahren. Auch die beiden haben sich auf ihrem Weg in das Schwarze Meer verspätet, allerdings um ein halbes Jahr, denn sie wollten eigentlich im Sommer am Ziel ein.

Die FRU-4 links neben der Odd@Sea an einem sehr kurzen Steg

Das war es für heute.

5 Gedanken zu „14.11.2017 Nun doch mit liegendem Mast bis Konstanta“

  1. Hallo Papa,
    Deine Reise klingt echt aufregend und unterhaltsam! Es zeigt sich immer wieder, dass man vieles nicht planen kann und vielleicht auch nicht sollte, um positive Überraschungen nicht zu verpassen.
    Wirst Du die Reise über die Donau bis zum Meer fortsetzen oder den Kanal (oder Ähnliches) ab Cernavoda nehmen, der einen direkt nach Konstanza führt? Es gibt auf dem Weg auch einige Stellen, an denen sich die Donau teilt, sind das dann einspurige Einbahnstraßen oder darfst du auch einen der linken Abzweigungen nehmen?
    Ich freue mich bald wieder von Dir zu hören! Es ist nach wie vor unterhaltsam und ich lese Deinen Blog gerne, wenn die kleine Maus schläft.
    Viele Grüße, Anna

  2. Hallo Jürgen,
    Ich will ja nicht kleinlich sein, aber die deutsche Nationale hat den schwarzen Streifen oben.😅
    Grüße und weiter viel Spaß aus dem grauen Berlin

  3. Hello Jürgen.They are happy to tell you your blog and travel with you.I here no information about the cables but lm sure you made the right decision to lift the mast in Konstanz.You will follow the satiety and marinetrafic your journey.Have nice journey!! Vidin Asen Nikolov.😀😀😀

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