14.9.2020 Ich möchte vor meinem Abflug nach Hamburg noch einmal etwas von mir hören lassen

Mein letzter Blogeintrag war am 5.9., also vor knapp 10 Tagen. Warum? Es gab kaum etwas zu berichten. Wie haben nach einer Nacht vor Anker in der schönen, großen Bucht von Torrevieja wieder einmal im königlichen Yachtclub festgemacht. Dieser Club scheint sich in außerordentlicher und vorbildlicher Weise mit der Ausbildung von Seglern für den Leistungssport zu befassen und stellt diesen dazu eine sehr große und repräsentative Anlage zur Verfügung. Das Hauptgebäude hat den Charakter einer komfortablen Villa mit großem Restaurant und es fehlt auch ein sehr schöner Swimmingpool nicht. Leider ist dieser coronabedingt nur begrenzt nutzbar. Der Liegeplatzpreis trägt dem Ambiente dieses Clubs Rechnung. Uns wurde jedoch bereits vor der Ankunft ein hier ansässiger, perfekt spanisch sprechender deutscher Journalist empfohlen, der uns bei Fragen außerordentlich behilflich sein sollte. So war es dann auch. Michael ist hier sehr gut bekannt und vermittelte mir einen unschlagbaren Monatspreis für meine kommende Abwesenheitszeit. Vielen Dank dafür, lieber Michael. Wegen der Pandemie ist die Marina nur mäßig belegt.

Die Odd@Sea liegt vor zwei Moorings in Torrevieja. Es ist aber nicht viel los!

Jörg und ich haben uns die Tage vor seinem Abflug mit Ryanair nach Memmingen am 12.9. mit zwei Besuchen beim Segelmacher zum Segel hin- und zurückbringen, kleineren Restarbeiten am Schiff und mit abendlichen Restaurantbesuchen bei Gesprächen die Zeit vertrieben. Jörg und ich haben die Genua sofort wieder gesetzt und konnten die hervorragend ausgeführte Reparatur nur bewundert zu Kenntnis nehmen. Für seinen Abflug zum Flugplatz Alicante und auch für Übermorgen hatte wiederum Michael den Peter, einen hier ansässigen Deutschen, angesprochen, der uns mit unserem Gepäck zum Flugplatz bringt. Die etwa einstündige Tour mit Jörg war für uns sehr unterhaltsam und informativ, insbesondere was Land und Leute angeht. Übermorgen werde ich zu meinem Abflug erneut das Vergnügen mit Peter haben.

Viele Liegeplätze sind frei in Torreveija. Corona hat zugeschlagen!
Aber es gibt auch besondere Nachbarn. Hier ein Dreimaster von der Seite gegenüber.

Ansonsten mache ich zurzeit … nichts. Irgendwie ist bei mir ein wenig der Drive verschwunden, nicht gerade bis zur Depression, aber doch irgendwie merkbar. Die Zeit mit Jörg war im Vergleich zu meiner bisherigen Solofahrt natürlich völlig anders. Wenn zwei, die meinen, dass sie es können, aufeinander treffen, dann ist das zum Einen lehrreich, aber auch anstrengend, denn es gibt unterschiedliche Praktiken und Ansichten im Detail, die dann zu Kontroversen führen können. Es gibt an Bord keinen Schiedsrichter und die Akteure müssen sich manchmal irgendwie selbst zusammenraufen, um die Situation zu bereinigen. Wir hatten keine wirklich ernsten Probleme auf unserer gemeinsamen Fahrt, es tauchten zuweilen eher kosmetische Aspekte auf, die dann aber auch sportlich bearbeitet wurden. Außerdem ist hier das seit Tagen hervorragend arbeitende WLAN total ausgefallen. Ich merke daher das Alleinsein jetzt in besonderer Weise und freue mich umso mehr darauf, meine zwischenzeitlich um ein weiteres Mitglied vergrößerte Familie in zwei Tagen in Hamburg wiederzusehen. Ja, ich bin vor wenigen Tagen zum dritten Mal Opa geworden und bin riesig stolz auf meine Enkelin Thea Marie und deren Eltern Lena und John. Wenn es also wieder einmal um eine Auszeit bezüglich meiner Blogbeiträge geht, dann ist diese erklärt durch meine anstehenden Besuche in Hamburg und Berlin. Zurück auf meinem Schiff werde ich erst etwa Ende der ersten Oktoberwoche sein. Bis dahin wünsche ich meinen Lesern alles Gute in diesem langsam endenden Sommer.

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