29.10.2017 Der Fluß ist erst einmal gestoppt

Meine Euphorie über das schnelle Vorwärtskommen in den letzten Tagen ist erst einmal den Realitäten, die das Wetter bestimmt, gewichen. Zwar hat mich die Donau schneller als geplant vorangebracht und ich konnte mein letztes Teilstück bis nach Budapest verlängern, aber es wurde zugleich immer kälter und das Fahren am Steuer wurde immer beschwerlicher. Nach der Nacht in einem Stadthafen der ungarischen Hauptstadt habe ich die Weiterfahrt heute morgen zunächst verweigert, da es zur Zeit sehr kalt regnet. Das tue ich mir nicht an. Aber die Fahrt bis hierher war wieder sehr eindrucksvoll und ich möchte ein paar Worte darüber verlieren.

Meine Fahrt führte mich zunächst von Bratislava nach Kovarno, wo ich in einem Industriehafen in einem Yachtclub festmachte. Auf meinen elefonischen Anruf hin, wurde mir die Übernachtung genehmigt und ich konnte im nicht weit weg gelegenen Supermarkt (viele bekannte deutsche Produkte) wieder einmal meinen Kühlschrank auffüllen. Es war sehr kalt am Morgen, sodass ich kurz ins Schwanken kam, ob eine Weitefahrt körperlich machbar sein würde. Mein Durst nach dem Fahren ließ diesen Gedanken aber rasch verfliegen. Es sollte ein zwar kalter, aber erlebnisreicher Tag ohne Regen werden, denn ich hatte mich dazu entschlossen, den etwas kleineren Nebenarm der Donau zu nehmen. Dieser ist zwar 2 km länger als der Hauptfluß, erlaubte mir aber einen Stopp in einem Hafen, der mir eine Tankstelle anbieten konnte.

Dieser Seitenarm war schmal aber auch flach und man mußte gehörig aufpassen, dass man die nicht sehr gut mit Tonnen bestückte Fahrrinne nicht verließ, zumal eine große Fließgeschwindigkeit die Folge dieser Parameter war. Ein wenig raten war wieder einmal angesagt. Ich kam dennoch sehr früh an meinem geplanten Zielort an und habe mich entschlossen, die letzte Stunde des Fahrtages dem Weg in die Hauptstadt Ungarns zu widmen. Imposant war die Einfahrt in die wieder vereinigte, sehr breite Donau. Weniger imposant war, dass die Tankstelle in der Marina der Stadt weder funktionstüchtig noch personell besetzt war. Ausserdem war direkt davor ein Flach, auf das ich auflief und erst mit meiner gesamten Steuerkunst selbständig wieder zum Fahren kam. Egal, es war spät und ich nutzte einen freien Liegeplatz in dem ansonsten voll besetzten Hafen. Da bis heute morgen auf dem großen Gelände der Marina niemand aufgetaucht ist, werde ich wohl einfach unangemeldet weiterfahren müssen. Noch weiß ich nicht, ob ich am Nachmittag doch noch ein Stück fahre, denn es ist das Ende des Regens im Internet angekündigt worden. Erwähnenswert ist, dass ich meinen Blog über ein offenes WLAN-Portal der Fußball-WM-Veranstalter schreibe. Wie schön!

Einige Bilder sollen diesen Bericht abschließen:

Ungarn präsentiert sich mit prächtigen Bauten
Mitten in der Donau – Sandbänke
Wer die Havel liebt, der würde sich auf dem schmaleren Seitenarm der Donau sehr wohl fühlen
Der Wechsel von der Slovakei nach Ungarn wird durch einen Zollturm und durch eine zerfallene Burg (oben rechts) gekennzeichnet
Das sieht man selten – ein deutsches Kreuzfahrtschiff wird durch einen Frachter stromauf nach Hause geschleppt

Es ist jetzt Mittag in Budapest und es hat ein ziemlich heftiger Sturm eingesetzt, der mich an einer Weiterfahrt am heutigen Tag definitiv hindert. Der Liegeplatz hier ist zwar sehr turbulent und laut, gibt mir aber die notwendige Sicherheit. Die Vorhersagen für morgen sind besser. Es wird ruhiger, die Sonne wird zuweilen sichtbar, aber es wird noch ein Grad kälter. Brrr. Schaun mer mal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.