7.2.2018 Meine Ankunft in Italien und eine Prognose für die Tage danach

Ich hatte in der Nacht vor meiner Abreise aus meiner Ankerbucht auf Othonoi schlecht geschlafen, da der angekündigte Südwind und nicht eine mitteleuropäische Gepflogenheit zum Aufstehen veranlasst. Dieser sollte so stark werden, dass eine Ausfahrt aus der Bucht gegen die Brandung gefährlich oder gar unmöglich werden könnte. Da den Zeitpunkt die Natur setzt, bestimmt diese auch mein Handeln. So wartete ich, zunächst schlafend, auf die ersten Anzeichen des einsetzenden Windes. Dieses Zeichen kam etwa um 1:00 Uhr und zunächst kaum merkbar. Die Odd@Sea schwoite um 180° und stand nun mit dem Bug zum Meer. Aber von Wind war noch nichts zu spüren. So dämmerte ich weiter bis um etwa 6:00 Uhr der Wind wirklich einsetzte. Das war der Startschuß zum Aufstehen und Losfahren. Es war im Nachhinein völlig problemlos, denn der Wind ließ sich einige Zeit. Soviel, dass ich erst etwa eine Stunde nach der Abfahrt den Motor ausstellen und bis zur Ankunft in Leuka nun endlich einmal durchgehend für mehrere Stunden auf einem Bug segeln konnte. Da ich achterlichen Wind hatte, hätte das Großsegel die gesetzte Genua abgedeckt, sodass ich darauf verzichtete. So ging es mit etwa 6 Knoten über die südliche Adria nach Italien. Ich möchte nicht vergessen zu erwähnen, dass die Sonne schien, keine Wolke am Himmel war und die Temperatur entsprechend bei 20°C. Der Wind von schräg hinten verursachte allerdings auch die nicht gerade ideale Welle aus dieser Richtung. Bei etwa 2 Meter Wellenhöhe hatte der Autopilot seine Probleme, den Kurs zu halten. Meine Programmierkenntnisse haben sich bei dieser Übung erheblich verbessert, denn mit den richtigen Parametern funktioniert dieser Künstler dann doch recht gut. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich einmal mehr alleine auf dem weiten Meer war.

Abfahrt mit dem ersten Licht der Sonne. In der Ferne die albanischen Berge, links die Insel Othonoi

Nach nur 9:30 Stunden kam ich vor der Einfahrt des großen Hafens von Leuka an und war froh, dass die Schaukelei ein Ende für Heute hatte. Eine geeignete Pier war gleich zu sehen, die Marina auf der anderen Hafenseite lud mich irgendwie nicht ein zum Festmachen. Ich benötigte zwei, drei Versuche, um eine geeignete Leinenkonfiguration für den zunehmenden Südwind hinter der hohen Kaimauer mit noch höheren Wellenbrechern zu finden, bei der das Schiff bei ablandigem Wind einigermaßen ruhig lag und nicht an den Leinen zerrte. Die anstrengende Nacht mit wenig Schlaf zuvor und die anstrengende Überfahrt verlangten ihren Tribut und ich fiel noch vor Sonnenuntergang in den Tiefschlaf in meiner Koje. Am frühen Morgen, ich wurde durch heftiges Reißen an den Leinen geweckt, zeigte sich der Wind auf der Kaimauer noch erheblich stärker und die Brandung kam in Strömen über diese hinweg und salzten mein Schiff und mich selbst, der ich die Leinen noch einmal gründlich verstärken und verlegen musste. Schade, dass ich keine Kapazitäten frei hatte, dieses spektakuläre Schauspiel zu fotografieren. Na ja, das ist halt das Seemannsleben. Dafür, dass man die Verantwortung für das Schiff übernimmt, revanchiert es sich beim Skipper dadurch, dass es ihm stets das Gefühl der Sicherheit gibt. Es ist ein guter Deal, wie ich meine.

Nun sitze ich in meiner tanzenden Blechbüchse und draußen tobt das Meer und ein respektables Gewitter obendrein. Die weiteren Aussichten sind eher trübe. Frühestens am Freitag scheinen sich die Verhältnisse wieder zu ändern. Bis dahin werden sich die Starkwindfelder aus verschiedenen Richtungen über den Hafen und mein Boot hermachen und ich hoffe, dass ich stets eine Lösung zum sichere Festmachen finden werde, um mein Versprechen an das Schiff umzusetzen. Ein Schlag über die Bucht in südwestlicher Richtung nach Crotone ist die nächste Herausforderung, denn diese ist noch einmal um ca. 43 km länger als die Adriaquerung. Bis dahin werde ich mich mit dem Leben in Leuka beschäftigen.

Die hohe Kaimauer mit den noch höheren Wellenbrechern davor über die sich zeitweise Sturzbäche aus der Brandung ergießen. Leider ist so ein Moment nur schwer zu erfassen. Die Bilder sind durch die Fenster aus dem Inneren der Odd@Sea aufgenommen, denn es war sehr ungemütlich draußen.
Trotzdem erscheint das Hafenwasser ruhig. Der Schwell ist langwellig und kaum zu erkennen.
Gegenüber die Marina mit einigen Segelyachten
Links von dem Wellenbrecher der Hafeneinfahrt in der Bildmitte ist die Brandung neben dem Hafeneingang als weiße Streifen am Ufer zu erkennen

Wer freie Kapazitäten hat, drücke mir bitte die Daumen für besseres Wetter.

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