5.7.2019 Startschwierigkeiten – das Wetter spielt nicht mit

Eigentlich wollte ich zum Monatsbeginn am Montag meinen Törn starten und zunächst mit ablaufendem Wasser die Elbe hinunter bis nach Brunsbüttel und dort durch die Schleuse in den Nord-Ostseekanal einfahren in Richtung Schleuse Kiel-Holtenau bzw. in die Ostsee. Das war der Plan. Der Wetterbericht lehrte mich etwas anderes. Ohne absehbares Ende soll es Starkwind aus West bzw. Nord-West in Böen bis 23 Knoten geben. Meine Segelnachbarn in Finkenwerder warnten mich vor der Kombination Wind gegen Strom, da sich dabei auch auf der Elbe im Extremfall bis zu 3 Meter Welle aufbauen können. Ich entschloss mich, 2 weitere Tage in dem angenehm ruhigen Hafen abzuwettern. Am Mittwoch sagte der Wetterbericht ein wenig schwächere Windspitzenwerte voraus, ich machte also die Leinen los und fuhr in die Elbe bei herrlichem Sonnenschein ein. Mein erstes Ziel war die große Marina in Wedel, um die Tankstelle dort anzulaufen. Vorbei an Blankenese, an einem großen Seeschiff.

Der edle und schöne Stadtbezirk erstreckt sich entlang der Elbe und hat auch einen Anleger für Fähren.
Die Chinesen liefern in diesen bis zu 400 m langen Schiffen ständig ihre gefragten Produkte.
Natürlich geht es nicht ohne einen starken Schlepper, der das große Schiff im Notfall abbremsen oder auch steuern kann.

Das Fahrgefühl des letzten Jahres kam sofort wieder auf. Ohne Segel und mit einer sparsamen Drehzahl kam ich gegen den Wind mit etwa 6 Knoten voran. Der Ebbstrom hatte noch nicht eingesetzt. Von Wedel ging die Fahrt weiter in Richtung Meer, wobei mit jedem Kilometer der Wind stärker und letztlich in Höhe von Glückstadt bis zu 33 Knoten erreichte. Das hielt dann meine Backbord-Flaggenleine, an der ich den neuen Radarreflektor befestigt hatte, nicht aus. Mit lautem Knall schlug dieser dann unter Zurücklassung eines Lochs im Lazybag auf dem Deck auf. Diesen Wink mit dem Zaunpfahl nahm ich gerne an und fuhr durch die enge Zufahrt in den Hafen von Glückstadt, den ich ja bereits vor meiner Ankunft in Hamburg kennengelernt hatte. Es sieht für die kommenden Tage bis zum Sonntag nun so aus, dass sich sehr wahrscheinlich nichts an der Wettersituation ändern wird. Ich bleibe also ein wenig in dieser sehr schönen Kleinstadt und werde ein wenig Däumchen drehen und eine stabilere Lösung für meine Fahnenleine mit dem Reflektor finden und realisieren. Dann muß ich noch einen Freiwilligen finden, der mich wieder einmal in den Mast bis zur ersten Saling hochhievt. Es gibt also immer etwas zu tun.

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