5.5.2021 Wieder einmal ein kurzes Lebenszeichen von der Odd@Sea und Ihrem Skipper

Der letzte Monat war gekennzeichnet durch puren Stress. Zwei sehr unangenehme Probleme trafen zeitgleich ein: Der e-mail-Server der TU-Berlin, der mich über Jahrzehnte immer zuverlässig versorgt hat, ist ausgefallen. Es handelte sich dabeioffensichtlich um einen feindlichen Anschlag, der natürlich nicht nur mich, sondern auch ganz beträchtlich den Universitätsbetrieb beeinträchtig und noch für eine Weile, man spricht von bis zu 5 Wochen, beeinträchtigen wird. Für mich bedeutet dieses nur, dass ich weder e-mails empfangen noch senden kann. Das wäre letztlich noch zu ertragen, wenn es nicht gleichzeitig ein noch viel mehr mein Leben beeinträchtigendes Problem geben würde: Ich habe seit über einen Monat keinen Zugriff mehr auf mein Bankkonto! Ausgangspunkt dafür war eine im Prinzip lange vorher angekündigte Änderung der Bank, alle Transaktionen nur noch über eine Smartphone gestützte App zu ermöglichen. Ich habe mein Smartphone erst seit kurzer Zeit und dadurch noch große Probleme mit dessen Umgang und zudem musste diese neue App, die ich schon einige Zeit vorher installiert hatte, zum Laufen gebracht werden. Nach insgesamt drei erfolglosen Versuchen, diese App zu aktivieren, habe ich jetzt aufgegeben. Nun benötigte die jeweilige Zusendung der neuen Zugangsdaten jeweils zwischen einer und einer halben Woche und damit verging dann ein kompletter Monat. Ich will hier nicht über zumindest eine für mich ganz offensichtliche Fehlfunktion beim Abschluss dieses Prozesses sprechen, denn ich kann ja durchaus zwischenzeitlich völlig verblödet sein, das begrenzt natürlich nicht meinen Ärger darüber. Selbst eine telefonische Schritt-für-Schritt-Begleitung durch eine Bankangestellte konnte dieses Desaster nicht verhindern. Wenn ich nicht eine funktionierende Kreditkarte hätte, wäre wohl mein Leben außerhalb des Strafvollzugs vorbei! Egal, ich muss jetzt wieder einmal in der Heimat vorbeischauen und mit der ganzen Wissensmacht meiner Töchter, derenLebenspartnern und meinen immer zahlreicher werdenden Enkelinnen und Enkeln das Problem angehen. So soll es denn sein, wenn die letzte noch ausstehende Reparatur am Mast der Odd@Sea beendet sein wird: Die gebrochene Saling muss ausgetauscht werden. Nun gibt es hier überhaupt keine Touristen und die typischen Billigflüge von Ryanair etc. werden erst wieder im kommenden Monat stattfinden. Nun ja, dann kostet der Flug halt das Sechsfache und führt nicht direkt, sondern über Madrid nach Hamburg. Egal.

Über meinen Aufenthalt hier im Hafen von Aguadulce kann ich eigentlich nichtsbesonders berichten. Neben ein paar Spaziergängen und natürlich den wenigen Gängen zu den Supermärkten kann ich eigentlich nichts Interessantes berichten. Mehr als das passiert hier aber ohnehin nicht, weder im Hafen noch am Strand oder in der Stadt und ich muss sagen, dass es noch einen weiteren Grund zur Reise in die Heimat gibt: Menschen treffen, mit denen ich sprechen kann. Dieser Mangel über eine so lange Zeit ist wirklich sehr hart und meine gelegentlichen Ausfälle beim Denken haben ausschließlich damit zu tun.

Nun möchte ich aber nicht mit meiner Befindlichkeit langweilen und schicke Euchdeshalb ein paar Bilder von hier, die ich allerdings das erste Mal mit dem Smartphone aufgenommen habe. Das ist auch so eine besondere Geschichte. Wo und wie lange muss ich den Auslöser drücken, wie bekomme ich die Fotos auf den Rechner und welche Auflösung ist für die Veröffentlichung im Netz sinnvoll? Nachdem ich so ziemlich alles falsch gemacht habe, was man falsch machen kann, zeige ich Euch in der Folge das Resultat.

Von ganz links hinter der Bergkante, da wo einige weiße Häuser so gerade noch sichtbar sind, kam ich hierher nach Aguadulce (übersetzt: Süßwasser). Davon rechts, etwa in Bildmitte, ist auch das Kap meines Schicksals gelegen. Hier hatte ich den ersten SAR-Notruf meines Lebens abgesetzt.
Ein Überblick über die Werft und den Hafen. Der blaue Schiffskran, der Grund meines Hierseins, ist an der Einfahrt zu erkennen. Die Odd@Sea liegt davon links in katholischer Weise am Kai, ist aber nicht sichtbar.
Hier kann man sie links neben der größeren Parklücke rechts von der Bildmitte erkennen. Bei Windstille kann man in diesem klaren Wasser bis auf den wirklich tiefliegenden Grund schauen.
Na bitte, geht doch auch besser.
Ganz links ist der „Tower“ des Hafenamts zu sehen. Ansonsten gibt es unzählige Bars, Restaurants und Geschäfte entlang des Hafens, die zwar offen, aber wegen der coronabedingt ausbleibenden Touristen kaum besucht sind.

Hier sieht man rechts eine große englische Motorjacht, die in die Höhe sich erstreckenden modernen Bauten und den alles überragenden Berg, der fast bis ins Wasser reicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.