7.2.2020 Nur ein kleiner Zwischenbericht zu meinem Dasein auf der Odd@Sea

Eigentlich ist dem bisher aus Les Sables D´Olonne Berichteten nichts hinzuzufügen. Aber das wäre dann doch allzu langweilig und meine lieben Leser würden wohl vom Glauben abfallen, dass ich noch existiere. Also, in aller Kürze das Wichtigste:

Ja, ich sitze hier immer noch fest. In erster Linie wegen der Werft, die im Januar auf der „Boot“ in Düsseldorf mit ihren wichtigsten Leuten war und danach nicht so recht wieder in die Puschen gekommen ist. Zwischenzeitlich ist die Heckkabine wieder gerichtet und auch die Achterklampe eingebaut. Alles Tip-Top und hervorragend gemacht. Ich bin voll zufrieden.

Man kann es ja kaum glauben, dass es auf einem Schiff immer etwas zu reparieren gibt. Ich dachte,

die wesentlichen Reparaturarbeiten, kleine und große, seien erledigt und ich muss mich nur noch um die wirklichen Konfigurationsänderungen kümmern. Das beinhaltet den Austausch meiner Solarpaneele durch einen größeren 300W Sonnenkollektor sowie meines sehr schweren Windgenerators durch einen leistungsstärkeren, aber deutlich leichteren. Das alles soll nach Aussagen von Alubat sowie der Lieferfirma des Generators bis Ende der Woche eingebaut sein und funktionieren. Die alte Windmühle habe ich bereits zurückgewandelt in den Wasser-Schleppgenerator, der er früher einmal war. Er ist viel zu schwer, um an einem Mast in luftiger Höhe betrieben zu werden. Ich hatte sehr viel Aufwand, dem enormen Verschleiß an seiner Aufhängung auf dem Geräteträger Herr zu werden. Außerdem war mir die Vorstellung, dass er mir am Steuerstand auf den Kopf fallen könnte, zu beängstigend. Man sieht dieses deutlich, wenn man das Bild auf der Startseite meines Blogs (www.Odd-at-Sea.de) anschaut. Nun werde ich in diesen Tagen einen Silentwind einbauen. Der ist leichter, leistet deutlich mehr, kostet aber auch entsprechend viel.

Danach wollte ich eigentlich nur noch auf den nächsten Wetterslot in der Biskaya zu warten und in den Süden segeln. Das kann aber noch dauern! Selbst wenn alles schneller gegangen wäre, dann hätte ich in der ganzen Zeit nicht eine einzige wirkliche Gelegenheit zur Biskayaquerung gehabt. Da brauche ich mindesten zwei, eher aber noch drei gut fahrbare Tage hintereinander. Selbst, wenn es windmäßig gut aussieht, dann haben die Stürme der Vortage eine Hinterlassenschaft in puncto Wellenhöhen von kaum weniger als 5m, die man zudem einrechnen muss. Es wäre also auch nicht gegangen, wenn alle Beteiligten zügiger an die Sache gegangen wären. Ein Wetterfenster ist weit und breit nicht zu sehen. Das wird wohl erst im März etwas besser.

In dieser Zeit werde ich die Odd@Sea aus dem Wasser ziehen und vielleicht mit Anti-Fouling behandeln oder auch nicht. Mal sehen, wie sie aussieht von unten. Sollte wider Erwarten das Wetter kurzfristig einen fahrbaren Dreitagesslot bescheren, dann werde ich losfahren und ggf. das Slippen in einen anderen Hafen verlegen. Das geht überall.

Gestern habe ich, um einen besseren Zugang zum Rumpfheck vom Steg aus für die Umbauten zu schaffen, den Motor angelassen, die Leinen gelöst und die Odd@Sea gewendet. Dieses Manöver stellte sich schwieriger dar, als es eigentlich sein müsste, da ich unerwarteter Weise mit der Motorsteuerung nur sehr schwer die Gänge umschalten konnte. Zunächst war mir überhaupt nicht klar was los ist, denn das Schiff verhielt sich sehr ungewohnt bei der Drehung auf dem Punkt. Dann bemerkte ich, dass der Gashebel, der zugleich die Gänge schaltet, so lose war, dass ich nur mit Vollanschlag überhaupt und das nur ein einziges Mal in den Rückwärtsgang schalten konnte. Das Manöver gelang zwar letztlich, da die Strömung ein wenig mithalf, wäre aber gewiss keine Augenweide für die nicht vorhandenen Zuschauer gewesen. Egal, gestern ist also eine neue Baustelle geboren worden. Ich habe heute versucht, den Schalthebel aus der Steuersäule auszubauen und ein keines Waterloo erlebt. Bis auf das Lösen eines Bowdenzug Anschlusses, gelang in der Tat alles Notwendige aber ich bekomme die komplexe Mechanik nicht aus der Steuersäule heraus. Die Öffnung ist sehr klein, denn es handelt sich dabei um den Ausschnitt, der normalerweise von Kompass benötigt wird. Also wusch ich zunächst meine durch die Ecken und Kanten in der Steuersäule stark in Mitleidenschaft gezogenen, blutigen Hände und erklärte dann der ortsansässigen VOLVO-Werkstatt mein Problem. Man kannte das Problem und sagte mir Hilfe, jedoch keinen konkreten Termin zu. Ich kann nur hoffen, dass deren Verlässlichkeit ähnlich gut sein wird, wie ich sie bei der Reparatur der Wasserpumpe erlebt hatte.

Wie das Leben so spielt: Als ob es verabredet gewesen sei, konnte ich meine Frustration nach diesem Flop bei meinen Stegnachbarn auf deren Schiff wieder loswerden. Nach der gegenseitigen Vorstellung beider etwa gleich großer Schiffe, beide mit variablem Tiefgang, wurde es ein sehr netter Abend mit einem Pärchen, bei dem die Frau mit ihren guten Englischkenntnissen als Übersetzerin für ihren Mann und mich brilliert hat. Der Rotwein half am späten Abend dann noch etwas mit und der Austausch wurde schließlich sehr lebhaft und fröhlich.

Überhaupt habe ich bei dem Umgang mit Menschen, die lediglich ihre Muttersprache können, gelernt, dass immer etwas geht. Mit einem Gemisch aus verschiedenen Sprachen, z.B. Französisch, Englisch und Deutsch und dem notwendigen guten Willen aller Beteiligten, kann man durchaus auch komplexere Themen behandeln. Es dauert ein wenig länger, aber es gelingt und macht dabei auch noch Spaß. Mit dem Handwerker, der mir meine Achterkabine wieder gerichtet und die Klampe eingebaut hat, war das nicht nur besonders fröhlich, sondern auch ergiebig. Dabei ging es nicht nur um Technik!

Ich möchte abschließend noch einen kleinen Beitrag in Sachen Kameradschaft unter Seglern liefern. Ich benötigte zum Einbau des Schleppgenerators einen Ersatz für einen verloren gegangenen Splintbolzen mit einer gängigen Größe. Alle fünf Nautik Händler am Ort und auch der riesige Leclerque Brico mussten passen. Das wäre in Deutschland ein Unding. Jedes Mal gab es hier Staunen über meine Begehrlichkeit und es wurde ein wenig palavert. Im letzten Laden hörte ein Mann etwa meines Alters zu und sprach mich mit meiner erneuten Enttäuschung in Englisch an. Er stellte sich als Segler vor und bot sich an, nach seiner Rückkehr nach Hause sofort im Keller in eine seiner zahlreichen Teilekistchen nach einem passenden Splintbolzen zu suchen und mich über das Suchergebnis telefonisch zu informieren. Das tat er auch nach kurzer Zeit, konnte mir aber leider nur etwas kürzere Exemplare anbieten. Diese waren für meine Zwecke unbrauchbar. Warum sage ich das? Das nenne ich eine funktionierende Kameradschaft, die auch bei Unbekannten angewendet wird. Noch mehr bestätigt wurde ich, als mich einer der ortsansässigen Handler und aktiver Segler, der mich mangels Masse nicht bedienen konnte, ansprach und mir sagte, dass er einmal kurz in seine Altteilebox geschaut und das Passende für mich gefunden hat. Sensationell!

Es ist wirklich keine Übertreibung wenn ich sage, dass im Port Olona vom hiesigen stürmischen Wetter eigentlich Garnichts zu spüren ist, wenn man von Kälte und Nässe absieht. Selbst bei mehr als 100 km/h Wind zupfen die Schiffe hier nicht einmal an ihren Leinen, denn das Wasser ist auch dann absolut ruhig. Wenn man allerdings auf das Meer schaut, dann wird einem angst und bange.

P.S.: Ich muß unbedingt noch einen Nachtrag bringen, da mich eine Frage in der gesamten „sprachlosen“ Zeit besonders beschäftigt hat. Ich habe bereits über die Probleme mit dem WLAN hier im Hafen berichtet. Diese haben mich so geärgert, dass ich mich sehr intensiv auf die Suche nach der Ursache und eine mögliche Abhilfe begeben habe. Das Ergebnis des ersten Versuchs war überaus erfolgreich. Ich habe ein 10m langes USB-Kabel mit einem Verstärker am Ausgang beschafft, in diesen meinen Fritz-USB-Stick gesteckt und das Ganze an einem Fall in die Höhe der zweiten Saling gezogen. Es funktionierte prächtig, wenn auch mit relativ seltenen Unterbrechungen. Diese führten zum Teil zum Verlust der Anmeldung am Router, „heilten“ sich aber durchaus auch mal selber. Auf jeden Fall konnte ich durchgehend meine geliebte Rockantenne Hamburg hören und abends auch ganze Fernsehsendungen aus Deutschland sehen. Meistens mit politischem Kabarett. Die Welt war also in Ordnung. Bei einem starken Regenschauer muß sowohl der oben am Mast baumelnde Verstärker als auch mein Fritz-Stick Feuchtigkeit abbekommen haben. Ich habe die beiden natürlich in eine Platiktüte gesteckt und diese mit Tape abgedichtet. Offensichtlich zu wenig. Beide Elemente habe ich dann vor den Heizlüfter zum trocknen gelegt. Der USB-Verstärker wurde wieder lebendig. Der Fritz-Stick nur bedingt, denn er sprühte noch Funken bevor er in den Silikonhimmel kam. Da mein alter TP-Link-Stick ohnehin in dieser Konfiguration nur unbefriedigend funktionierte, kam dieser dann als Ersatz des Verblichenen nicht in Frage und ich besorgte mir bei einem Händler hier vor Ort den einzigen Stick im Angebot, nämlich einen TP-Link neuerer Bauart. Dieser funktionierte sofort und seine sehr große Empfindlichkeit beschaffte mir ziemlich konstante 5 Balken an Feldstärke. Aber nur einen Tag und eine Nacht lang. Nun verbindet er sich zwar zuverlässig mit dem Netz, kommt aber über eine begrenzte Verbindung nicht hinaus. Ich werde jetzt langsam wahnsinnig. Hat jemand eine Idee, was da los ist?

Im Übrigen: Es gibt nunmehr keinen natürlich generierten Strom mehr an Bord, nur noch französischen Atomstrom! Bis zum Wochenende. Hoffentlich.

29.1.2020 Ich werde noch länger in Les Sables D´Olonne bleiben müssen

Eigentlich war geplant, dass Anfang Februar die Werftarbeiten, nämlich das Richten eines Teils der durch den Tonnenkontakt verschobenen Inneneinrichtung der Heckkabine, vor Ort an der Odd@Sea stattfinden würden. Um ein paar Ersatzteile zu beschaffen und die anstehenden Arbeiten terminlich zu planen, bin ich heute wieder einmal mit dem Fahrrad bei schönstem Sonnenwetter zur Alubat-Werft gefahren. Ich musste zunächst mit großem Verständnis zur Kenntnis nehmen, dass das auch für die Reparaturarbeiten zuständig Personal von Alubat nach dem gerade erfolgten Abschluss der Bootsmesse in Düsseldorf zunächst einmal die Ausstellungsobjekte wieder nach Hause bringen muss und ein wenig Entspannung in Form von einem Kurzurlaub benötigt. Ich war selber einmal Besucher der „Boot“, weiß, wie es da zugeht und habe deshalb dafür großes Verständnis. Die Konsequenz ist allerdings, dass die Arbeiten an Bord erst nach dem 10. Februar beginnen, diese jedoch nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen werden. Mit der sehr freundlichen und überaus kompetenten „Seele“ des Hauses habe ich heute diese terminliche Veränderung vereinbart und zugleich den Arbeitsumfang für die Erstellung eines Kostenvoranschlags spezifiziert. Neben der Reparatur der Inneneinrichtung sollen auch die gebrochene Heckklampe repariert sowie Solarpaneele mit insgesamt 300 bis 400 Watt installiert werden, je nachdem, wie der Geräteträger am Heck es zulässt. Mein jetziges, 100 Watt lieferndes Solarpaneel wird dann den Weg allen Irdischen gehen. Den Einbau der Photovoltaik werde ich wohl mit informeller Unterstützung des Werftpersonals selber vornehmen.

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22.1.2020 Ich lebe noch!

Meine letzte Meldung über diesen Kanal stammt vom 3.1.2020. Seitdem sind fast 3 Wochen vergangen. In dieser Zeit ist sehr wenig geschehen, die Langeweile hat die Regie geführt. Der Hafen ist nach wie vor fast menschenleer, es wird an wenigen Schiffen ein wenig gewerkelt. In dieser Zeit gab es mit ganz wenigen Ausnahmen dauerhaft starken und stürmischen Wind bis hin zu orkanartigen Stürmen und es ist seit der letzten Woche auch richtig kalt geworden. Wenn der Wind auf das Heck weht, habe ich wirklich Schwierigkeiten, eine aushaltbare Temperatur an Bord zu halten, denn der Niedergang mit dem Schott ist keineswegs winddicht. In der Nacht gab es auch schon Frost. Wie füllt ein Skipper unter diesen Bedingungen den Tag aus?

Am Anfang steht der schwierigste Teil des Tages: Aus der Koje kommen und aufstehen. Da mich nichts antreibt, geschieht das kaum vor halb 11, auch schon mal nach 12 Uhr. Dann hilft die hier fast immer scheinende Sonne ein wenig beim Aufheizen des Schiffs. Ritualmäßig wird gut gefrühstückt, bevor dann die Entscheidung des Tages fällt. Welcher Gang steht heute an. Etwa alle drei Tage geht es mit dem Fahrrad zum Supermarkt, sehr viel seltener zum Wäschewaschen in die Automatenwäscherei, manchmal zu einem der hafennahen nautischen Fachgeschäfte oder zumindest zur Capitanerie, wie die Hafenmeisterei hier genannt wird. Hier hole ich meine von der Post gelieferten Ersatzteile ab, halte dabei aber stets bei einem Schwätzchen die Damen dort von ihrer Arbeit ab und bezahle aber auch von Zeit zu Zeit brav meine Liegegebühren.

Es ist in einer mittelgroßen Stadt wie Les Sables D´Olonne einigermaßen schwierig, Spezialteile jeder Art zu bekommen. Beispielsweise habe ich, um die Leistung meiner WLAN-Antenne zu verbessern, einen entsprechenden USB-Stick sowie ein 10m langes USB-Kabel beschafft, um den Stick mit der Flaggenleine hoch in den Mast zu ziehen. Dort ist die Reichweite erheblich größer als auf der Höhe des Decks. Meine Recherchen führten zu der auch in Deutschland immer stärker zu bemerkenden Erkenntnis, dass es in Sachen Gebrauchstechnik nur noch riesige Supermärkte gibt, deren Sortiment zwar alle möglichen Waren, diese aber nur in den stark nachgefragten Bereichen umfassen. Den Verkäufern war es immer sichtlich peinlich, mich an andere, kleinere Geschäfte oder das Internet verweisen zu müssen. Nun scheint es aber kaum wirklich spezialisierte Geschäfte mehr zu geben, denn es lohnt sich für diese nur ein großes Sortiment, für das die Kundschaft dann fehlt. Viele haben deshalb, wie man mir bestätigte, dicht gemacht. In meinem Fall musste ich Teile bei den mir bekannten Internet-Läden in Deutschland  beschaffen. Z.B. Conrad, Reichelt, AWN und Toplicht. Außerdem musste ich lernen, dass ich hier in Frankreich zwar alles im Internet bestellen, aber nicht mit meiner deutschen Kreditkarte bezahlen kann. Man lernt also nie aus, wenn sich die Welt ständig verändert.

Wie ist der Sachstand am Schiff? Bis auf die Unterwasserschiffs- und Inneneinrichtungsarbeiten habe ich alle Punkte meiner Liste erfüllt. Zum Slippen warte ich schlicht auf etwas wärmeres Wetter, was für die Gegend hier eine durchaus realistische Erwartung ist. Da die Handwerker von Alubat erst wieder nach der Boot 2020 in Düsseldorf, die am 28.1.2020 endet, wieder zur Verfügung stehen, wird der zweite Punkt erst zum Monatswechsel bearbeitet werden können. Dazu kann das Schiff auch wieder im Wasser liegen.

Die Liste der durchgeführten Kleinarbeiten ist mittlerweile recht lang, aber nicht wirklich interessant. Defekte Lampen, Türöffner, Schalter und Bodenbrettöffner austauschen bzw. ein neues Schloss einbauen, ist ja nicht sonderlich kompliziert. Außerdem wurde das Liferaft beim Hersteller überholt und neu bestückt. Über die Reparatur der Wasserpumpe habe ich bereits berichtet. Dazu möchte ich noch anmerken, dass seitdem die Bilge in allen Kammern „pfurztrocken“ ist. Die zuletzt noch festgestellte geringe Süßwassermenge hat nun auch eine nachvollziehbare Herkunft: Ich fülle meine Wassertanks immer bis zum Rand voll und da die ringförmige Flansche für die beiden Zugangsdeckel nicht wasserdicht auf der Tankoberfläche aufliegen, läuft dort stets eine geringe Menge Wasser wegen der leichten Bootsneigung in die steuerbordbordseitige Bilge und nimmt dann, bei höherem Pegelstand ihren Weg in die anderen Bilgen. Dieses Problem hängt damit zusammen, dass es keine Wasserstandsanzeige gibt, ich deshalb beim Befüllen die Tankdeckel abnehmen und direkt durch die Öffnungen den Wasserstand beobachten muss. Kurz vor dem Überlaufen renne ich dann nach oben zum Wasserhahn. Ich sprinte also nach oben, springe von Bord, renne zum Zapfhahn und stelle den Wasserfluss ab. Je nach Liegeplatz und Wetterlage dauert dieser Prozess länger oder kürzer. Im Ergebnis ist also der Füllstand oder die Überfüllung unterschiedlich. Ich werde die Flansche gelegentlich ausbauen und mit Dichtmittel wieder einsetzen, um ein Öffnen des Tankdeckels in Zukunft überflüssig zu machen und gleichzeitig ein Überlaufen des Wassers zu vermeiden. Das überlaufende Wasser würde dann durch das Steigrohr bis zur Einfüllöffnung und von dort über das Deck in die See fließen.

Ausgesprochen ärgerlich ist die extrem unzuverlässige WLAN-Anbindung hier vor Ort. Meine o.g. Maßnahme ist sozusagen der daraus resultierenden Frustration geschuldet. Diese stellt sozusagen die ultimative Lösung dar, denn eine eventuell noch effizientere und deutlich teurere Richtantenne hätte auch bei den hier geringen Schiffsbewegungen keine Wirkung. Der Anlagenbetreiber arbeitet im Tagesgang im nicht definiertem Wechsel auf beiden Bändern (2,5 und 5 Ghz). Es sieht so aus, als wenn er dabei beliebig seine Gerätschaften einfach einmal so für ein paar Sekunden ab- oder umschaltet. Es könnte aber auch ein simpler  Wackelkontakt in seiner Antennenleitung mit der gleichen Wirkung vorliegen. Die deutliche Verbesserung der Feldstärke bei meiner Lösung hat deshalb auch leider keine Verbesserung der Datenrate geliefert. Ich glaube, dass ich für die Internetnutzung mit Abstand die meiste Zeit an Bord einsetze. Das war zunächst technisch gesehen interessant, ist nun aber auch äußerst langweilig geworden.

Was geht noch bei Langeweile? Ich bin jetzt beim Tetris im 21. Level bei fast 39000 Punkten! Alles klar?

3.1.2020 Hallo 2020 und willkommen im Neuen Jahr

Mein Familienausflug nach Berlin und Hamburg endete einige Tage vor dem Jahreswechsel. Trotz des Streiks in Frankreich, der eine schnelle Bahnverbindung zwischen dem Flughafen von Nantes und Les Sables D´Olonne verhinderte, konnte ich schon etwa um 20:00 Uhr die Luken der Odd@Sea aufschließen und mich wieder an Bord begeben. Die Strecke mit dem Überlandbus war die gleiche wie bei der Hinfahrt, jedoch war der zweite Streckenabschnitt ab La Roche sur Yon deutlich dieses Mal kürzer und die Fahrtdauer erfreulicher und überraschender Weise deutlich kürzer. Der Bus war, anders als bei den bisherigen Strecken, fast voll. Man wollte wohl, wie ich auch, nach den Feiertagen wieder nach Hause fahren.

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23.12.2019 Ich wünsche allen Lesern meines Blogs ein schönes und entspanntes Weihnachtsfest sowie einen unfallfreien und fröhlichen Rutsch in das Neue Jahr

Mit meinen im Titel formulierten guten Wünschen verabschiede ich mich bis ins Neue Jahr von allen interessierten Lesern und insbesondere von meinen Freunden, die mich über das Jahr hinweg begleitet haben. Ich danke allen für ihr Interesse.

Ich bin zur Zeit in Berlin bei meiner Schwester und werde anschließend den Hamburger Teil meiner Familie besuchen. Das Wohlergehen der Odd@Sea in Les Sables D´Olonne beobachte ich derweil über die Webcam auf dem Dach der dortigen Hafenmeisterei, wobei leider ein direkter Blick auf das Schiff nicht möglich ist, da es sich inmitten einer Vielzahl von Schiffen und in einiger Entfernung befindet. Allerdings kann man durchaus die Qualität des Hafens erkennen, wenn man zugleich das örtliche Wetter mit den unverändert anhaltenden starken Stürmen mit mehr als 54 Knoten Spitzenböen und die Reaktion der Schiffe darauf anschaut. Ich finde meine bereits vorher gemachten Beobachtungen absolut bestätigt, daß es sich bei Les Sables D´Olonne um einen außergewöhnlich sicheren Hafen handelt.

Im Januar steht dann das Slippen, die Reinigung des Unterwasserschiffs sowie die Identifikation und Reparatur der Leckage am Rumpfheck auf dem Programm. Für Ende Januar/Anfang Februar besteht eine Zusage von Alubat zur Reparatur der Inneneinrichtung in der Heckkabine. Wegen der extrem hohen Kosten einer sehr aufwändigen Reparatur der backbordseitigen Beule im Rumpf und deren rein kosmetischen Natur, verzichte ich auf entsprechende Maßnahmen. Ein technisches Risiko besteht laut der Werft dabei nicht.

Abschließend erweitere ich noch meine guten Wünsche auf ein Wohlergehen im Jahr 2020.

12.12.2019 Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos

Vor zwei Tagen habe ich das Problem mit der Odd@Sea, welches mich hierher geführt hat und mich an einer Weiterfahrt in Richtung wärmerer Gefilde hindert, nach allem Wissen skizziert. Nach einigen Tests an Bord und Absprachen mit Verantwortlichen der Alubat-Werft sowie einmal mehr Jörgs und Eriks fachkundigem Rat, sieht die Angelegenheit wie folgt aus. Eine Reparatur der backbordseitigen Beule kommt aus mehreren Gründen nicht in Frage. Zur Behebung dieser reinen kosmetischen Maßnahme müsste das Schiff mit gelegtem Mast auf einen Tieflader in die Werft transportiert werden und dort ausgebeult werden. Die Kosten dazu sind für den Zweck keinesfalls gerechtfertigt. Ein technisches Risiko besteht mit dem jetzigen Zustand definitiv nicht. Die Reparatur der Inneneinrichtung in diesem Bereich ist hier vor Ort für einen durchaus nachvollziehbaren Preis machbar, kann aber wegen Vollauslastung der Mannschaft erst Ende Januar erfolgen.

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10.12.2019 Was ist eigentlich mit meinem Schiff los?

Scheiße, ich weiß eigentlich nicht mehr, was mit mir zurzeit geschieht. Ich habe trotz der technisch bedingten Zwangspause eine Lebensenergie wie noch nie in meinem Leben. Ist es die von mir so sehr geliebte Musik und der extrem gute Merlot alleine, die mich antreibt? Nein, es ist weit mehr! Ich glaube, dass ich gerade so etwas erleben darf wie das Erwachsenwerden eines Teenagers. Genau das habe ich mein ganzes Leben lang vermisst. Es hat die gesamte Zeit einer intensiven beruflichen Entwicklung hinweg einfach nicht so richtig bemerkt, dass etwas fehlt: Das wirkliche Lebensglück! Der Umstand, dass eigentlich alles passen kann.

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7.12.2019 Musik ist ein überaus wichtiger Bestandteil meines Lebens

Hier in Les Sables D´Olonne gibt es leider kein WLAN, welches für mich sozusagen die wichtigste Verbindung nach Deutschland herstellt und mir vor Allem erlaubt, die Nachrichten und vor auch die hervorragenden Kabarettprogramme der deutschen Fernsehsender über das Netz zu empfangen. Insbesondere am Abend bringt mir das ein wenig Heimat in die Bude. Aber auch die Musik, ganztägig übermittelt über das Web-Radio von Rockantenne Hamburg, ist exakt das Programm, welches für mich wie ein wahres Lebenselixier wirkt. Es läuft, wenn ich nicht gerade auf See bin, kontinuierlich durch. Meine diesbezüglichen Ängste haben sich nicht realisiert. Diese Musik ist es, die mein ganzes Leben begleitet hat und die ich zum Leben brauche wie die Luft und es ist daher vielleicht auch nachvollziehbar, dass ich mir vor dem Beginn meines neuen Lebens auf dem Schiff zunächst einmal knapp 16 Gbyte dieser Musik auf den Rechner geladen habe.

Was ist das Besondere in dieser Musik? Sie hat nicht nur mein Leben seit meiner Jugend ständig begleitet, sondern sie leitet und stabilisiert in positiver Weise meine Gefühlswelt auch heute noch. Diese Musik entstand in meiner Jugend, hat sich entwickelt und wirkt heute genauso intensiv wie früher, obwohl sie sich verändert hat. Ich würde sagen, sie ist immer ausgereifter und virtuoser geworden, verliert dabei manchmal leider auch ein wenig an Seele. Egal, ich kann ohne sie nicht leben. Sie begleitet mich wie ein menschlicher Partner. Die Protagonisten sind übrigens überwiegend etwa in meinem Alter und ich staune, wie die ihre anstrengende Kunst nach wie vor immer noch virtuos machen.

Nun habe ich hier an diesem Ort keine elektronische Verbindung mehr zu den deutschen Programmen und muss von meiner Konserve leben. Während ich diese Zeilen schreibe und dabei ein paar Gläschen Merlot zu mir nehme, genieße ich das ganze Spektrum meiner Musik und kann nur sagen: Das ist Hochgenuss pur und die Einsamkeit meines derzeitigen Lebens ist überhaupt kein Thema. Gott sei Dank habe ich eine wirklich gute Anlage an Bord. Meine Blechbüchse bietet mir also etwas, was wohl kaum ein anderer so intensiv erleben darf. Ich fühle mich daher als überaus privilegiert. Das drücke ich hier so expressiv so aus, da ich immer wieder von mir nahe stehenden Menschen höre, dass diese Art von Leben nicht gut für das Wohlsein sein könne, da der nötige Austausch mit anderen Menschen fehlen würde.

Irgendwie knüpft das Gefühl, welches die aktuelle und die alte Folk- und Rockmusik in mir stimuliert, einen roten Faden, der eine Verbindung durch mein ganzes Leben herstellt und mir die Ursachen vieler meiner persönlichen Probleme nachträglich verständlich macht. Ich ordne diese Erfahrung ein in meine seelische Entwicklung im Anschluss an meine sehr intensive Psychotherapie, die ich vor dem Wechsel an die Universität in Berlin gemacht habe. Dass diese Musik und ein Gläschen Wein eine katalytische Wirkung erzeugen, ist eine so intensiv bisher noch nicht gewonnene neue Erkenntnis für mich, die mich sehr glücklich macht. Sonst würde ich die Zeilen wohl auch nicht schreiben.

Ich wünsche allen Lesern eine gute und erholsame Nacht.

5.12.2019 Mein Standort bis zum Jahresende ist nun Les Sables d´Olonne

Mit etwa 8 Stunden Verspätung gegenüber meiner Planung bin ich heute nun am Standort der Alubat-Werft um etwa 4 Uhr morgens angekommen. Für die Fahrt, die eigentlich ein Eintagestrip mit einer vollständig durchfahrenen und etwa 2 weiteren Stunden Nachtfahrt am nächsten Tag erledigt sein sollte, ist nun eine veritable Zweinächtereise geworden. Das war nicht vorgesehen und für mich äußerst ärgerlich, da ich, was Pünktlichkeit angeht, sehr kleinlich mit mir selber bin. Aber dieses Missgeschick hatte Gründe, die einmal mehr in der Wetterentwicklung lagen. Aber zuvor möchte ich chronologisch über ein „Unverhofft-kommt-oft-Ereignis“ vom Vorabend berichten.

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1.12.2019 Ich wünsche allen Lesern einen erbaulichen 1. Advent

Für mich sind die Tage in Brest gezählt, denn ich werde sehr wahrscheinlich am Dienstag in Richtung Les Sables D´Olonne, dem Standort von Alubat, aufbrechen. Die Option, diese Strecke in 4 Tagestouren zu zerlegen, habe ich aufgegeben zugunsten einer Direktfahrt, die mich über die 339 km lange Strecke in ca. 36 Stunden bis ans Ziel bringt. Das bedeutet dann auch etwa 70 km Abkürzung. Wie es aussieht, wird das Wetter ideal für eine gemächliche, aber auch komfortable Tour teilweise mit großem Abstand entlang der Küste auf gerader Linie. Würde ich bereits am Montag fahren, dann müsste ich bei nur geringfügig mehr Wind mit deutlich höheren Wellen rechnen. Ich freue mich darauf.

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